Reden, reden, reden oder arrangieren

Veröffentlicht am 31.01.2015 in Jusos in Aktion

Großdeinbach – Gespannt verfolgten 30 Teilnehmer eine Diskussion mit Kabarettist Werner Koczwara und Theologieprofessor Dr. Andreas Benk über Grenzen der Satire. Die Veranstaltung in Gasthaus „Löwen“ in Großdeinbach, moderiert von Juso-Geschäftsführer Jakob Unrath, bezog sich durchweg auf den Anschlag auf ein französisches Satiremagazin am 07. Januar 2015.

Im Laufe der Diskussion wurde vornehmlich thematisiert, ob Gesprächsangebote an radikale Eiferer seien es Islamisten oder auch Pegida-Anhänger, weiterhelfen oder eher an ein Arrangement zu denken sei, bei welchem die „Schere im Kopf“ heikle Themen ausspart. Benk betonte die Notwendigkeit mit allen zu reden, dies sei alternativlos. Kocwara hingegen bezweifelte den Sinn von sozialpädagogischen Gesprächsangeboten an islamistische Terroristen und, zur Überraschung aller hob er hervor, dass viele Kabarettisten Satire für unterhaltsam, aber wirkungslos halten. Benk will Gesprächspartnern entgegenkommen und vermeidet zum Beispiel im Dialog mit jüdischen Theologen das Wort „Jehova“ oder „Jahwe“ für Gott, um religiöse Gefühle nicht zu verletzen. In gleicherweise versucht er im Dialog mit Muslimen auf Mohammed-Darstellungen oder gar satirische Zeichnungen zu verzichten. Koczwara will terroristische Anschläge verhindern, indem er Provokationen unterlässt. Er empfiehlt Mohammed-Karikaturen am schwarzen Brett eines Hochhauses abzuhängen, falls ein muslimischer Mieter sich dadurch provoziert fühlt. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass Satire alles darf und die Religion- und Pressefreiheit hochzuhalten ist. Beachtet werden aber sollte, so Koczwara, dass was erlaubt ist nicht ausgereizt werden muss. Beispielsweise dürfe man 280 km/h auf Autobahnen fahren, dennoch wäre dies töricht. Benk forderte, dass die Menschenrechte und die Satirefreiheit zusammengesehen werden müssen. Die Menschenrechte böten eine Möglichkeit, fruchtbare Diskussionen zu führen, die nicht verletzend wirken. Sie seien aber auch in den christlichen Kirchen noch lange nicht durchweg anerkannt.

 

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